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Untersuchungen an neuen Braugersten der Ernte 1987
Narzi, L., Reicheneder, E., Schwill-Miedaner, A., Zinsberger P., und Freudenstein, L.

Aus der Gerstenernte 1987 wurden neue Sorten sowie jngst eingefhrte im Rahmen der Landessorterversuche untersucht. Aus der Wertprfung stand nur eine Sorte zur Verfgung. Die Sorten waren: Alexis, Amazone, Arena, Aura, Ballerina, Cherie, Cirstin, Defra, Golf und Toga sowie aus den Wertprfungsversuchen Nr. 1161/Nord. Die Anbauorte waren einheitlich: Hier handelt es sich um Grafenreuth, Hallstadt, Osterseeon und Stramoos. Die Anbauorte unterschieden sich hinsichtlich der Eiweigehalte um 1,2%, es waren aber im Jahr 1987 recht schwierige klimatische Bedingungen gegeben. Es waren aber alle Sorten von guter Keimenergie. Die Malze hatten Eiweigehalte zwischen 9,3% (Golf) und 10,8% (Cirstin). Die Extraktwerte lagen zwischen 80,9% (Golf) und 83,4% (Cherie). Die cytolytische Auflsung befriedigte mit Ausnahme der Sorte Golf bei allen Sorten, die Viscositt war ebenfalls bei Golf erhht, es streuten allerdings die Friabilimeterwerte zwischen 75 und 88%. Hier fielen Amazone und Arena sowie Golf ab, whrend Alexis und Cherie Spitzenstellungen einnahmen. Die Endvergrungsgrade waren eher niedrig angesiedelt, hier war Alexis mit 81,3% am hchsten. Dies berrascht, da die alpha-Amylase-Werte mit Ausnahme der Wertprfungssorte gnstig lagen. Die Diastatische Kraft war bei Golf und Ballerina deutlich unter Durchschnitt. Die Farben der Malze variierten je nach der Auflsung. Die Wrzen zeigten wiederum deutlich hhere Endvergrungsgrade als die Kongreanalysen; die Unterschiede der einzelnen Sorten blieben jedoch erhalten. Die Stickstofflsung war bei Arena und Cherie sehr weitgehend, bei Golf eher knapp. Der Anteil des hochmolekularen Stickstoffs sollte eigentlich fr eine gute Schaumzahl der Biere gengen, der FAN war ebenfalls in normalem Mae vorhanden. Die Polyphenol- und Tannoidegehalte vermittelten deutliche Sortenunterschiede, die beta-Glucangehalte waren nach den Ergebnissen der Malzanalyse eher schlechter. Die Bieri hatten verschiedentlich eine eher etwas zgernde Vergrung, die pH- Werte waren eindeutig zu hoch. Der pH-Abfall von den Wrzen her fiel damit zu niedrig aus. Die Filtrierbarkeit war bei den Sorten Golf, Toga, Cherie und Arena deutlich schlechter als bei Alexis, Cirstin und Aura. Die Stabilitt fiel bei Aura und Ballerina am schlechtesten aus, doch hatten diese beiden Sorten die beste Schaumzahl, gefolgt von Golf. Die beste Stabilitt hatte die Sorte 1161, die aber hinsichtlich der Schaumzahl und auch im Biergeschmack nicht zu befriedigen vermochte. Bei den Geschmacksproben schnitten Alexis und Amazone am besten ab, Aura vermochte in keinem Anbauort voll zu befriedigen, mehrere Sorten waren in drei von vier Anbauorten gut. Alle litten etwas unter den Gegebenheiten des Jahres 1987. Die Verschiedenartigkeit der Sorten schon bei der Malzanalyse lt eindeutig erkennen, da es notwendig ist, die Sorten fr sich zu verarbeiten oder hchstens in Sortengruppen zusammenzuschlieen, die ein etwa gleiches Verhalten zeigen. Sonst kommen groe Schwierigkeiten auf die Malz- und Brauindustrie zu.

Descriptors: Zchtung, Qualittdfrderung (allgemein)

Monatsschrift fr Brauwissenschaft 42, Nr. 7, 286-296, 1989