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Schilfbeetfiltration - ein einfaches Schlammbehandlungsverfahren
Neurohr, G. A.

Die Schilfbeetfiltration von stabilisierten Schl?mmen ist ein einfaches und wirtschaftliches Verfahren in der Abwassertechnik. Schilfbeetfilter werden seit 10 Jahren auf der Kl?ranlage Ustersbach (?berwiegend mit Brauereiabwasser beschickt) als Demonstrationsanlage betrieben, weil sich Schilf ohne Energie- und Chemikalieneinsatz aktivieren l??t, Kl?rschl?mme langfristig zu entw?ssern und schlie?lich zu humifizieren. Schilfbeetfilter werden in Abst?nden von etwa 10 Tagen mit weitgehend aerob stabilisiertem Kl?rschlamm beschickt. Nach einer Beschickungsdauer von etwa 10 Jahren werwen die Beete einzeln ger?umt, das Endprodukt, ein anmooriger Feucht-Humus, vor Ort in Trapezmieten nachkompostiert und sodann landwirtschaftlich verwertet. Die Betriebsergebnisse der Ustersbacher Schilfbeete zeigen, da? nur etwa 2 bis 3 % der aufgebrachten Schlammasse als Humus auf den Beeten zur?ckbleiben, z.B. nach einer Schlammabgabe (ca. 1 % TS) von etwa 18 m3/m2 ?ber einen Zeitraum von 8 Jahren blieb ein Humusvolumen von nur etwa 0,36 m3/m2 zur?ck. Diese enorme Volumenreduktion ist sehr wichtig, weil damit die Beete erst nach vielen Jahren ger?umt werden m?ssen. Ein weiterer Vorteil besteht in der mehrj?hrigen Betriebsdauer ohne merkbaren R?ckgang der Entw?sserungsleistung. Durch die intensive Durchwurzelung ist auch w?hrend der Vegetationspause, bei Regen, Schnee und Frost eine Entw?sserung gew?hrleitstet. Die Schilfbeetfilter werden innerhalb der ?blichen Fl?chenbelastungswerte (40 bis 55 kg/m2/a) f?r konventionelle Schlammtrockenbeete belastet. Der Vorteil der Schilfbeete liegt nicht unbedingt in einer Fl?cheneinsparung, sondern in der j?hrlichen Einsparung der aufwendigen R?umung und Filterwiederherstellung, der anfallenden Transport- und Zwischenlagerungskosten sowie m?glicher Abgabegeb?hren. Im Durchschnitt werden die Filter ?ber 8 bis 9 Monate j?hrlich betrieben. Werden sie auch im Winter beschickt, ist unter Umst?nden eine simple ?berdachung zu erw?gen. Versuchsr?umungen mit Landwirtschaftsmaschinen best?tigen die Problemlosigkeit dieses Verfahrens.

Descriptors: Abwasserklrverfahren, Aufbereitung

Monatsschrift fr Brauwissenschaft 37, Nr. 8, 353-358, 1984